Vaova DVB-T-USB-Stick DTV-200U
Ein ganz neues Gerät der Sorte DVB-T-Stick für Notebooks und PCs nennt sich DTV-200U und stammt aus dem Hause Vaova. Es handelt sich dabei um einen kleinen Aluminiumstift mit einem Antennenanschluss, einem mitgelieferten Adapterkabel und einer Antenne für den problemlosen Empfang in Kern- und nahen Randgebieten. Ob dieses Gerät wirklich den Anforderungen gerecht wird und sowohl auf dem heimischen PC als auch unterwegs auf dem Notebook überzeugen kann, erfahren Sie in diesem Test.
DVB-T: Fernsehen mit Zukunft
DVB-T breitet sich in Deutschland immer rasanter aus. Das Überallfernsehen, so wird es oft genannt, soll im Jahre 2006 nicht nur große Ballungsorte komplett abdecken, sondern auch schon auf ländliche Gebiete vordringen. Dabei werden neben den öffentlich rechtlichen Sendern (ARD, ZDF, 3Sat) auch Privatsender und lokale, von Region zu Region unterschiedliche Programme, über Berge und Wälder via DVB-T ausgestrahlt. Im Großraum München gibt es beispielsweise München TV und zu bestimmten Tageszeiten RTL München, während im Ruhrgebiet diese beiden Sender durch RTL NRW und WDR ersetzt werden. 18 Programme werden mindestens über die deutschen Fernsehtürme mit Hilfe von DVB-T ausgestrahlt.
Damit das kabellose Fernsehen auf den heimischen Bildschirm gelangen kann, benötigt jeder Fernseher einen DVB-T-Empfänger mit ausreichend starker Antenne und eventuell auch Verstärker – je nach Region. Hierfür gibt es für den herkömmlichen Fernseher eine ganze Reihe von großen Boxen. Doch wenn sich DVB-T Überallfernsehen nennt, darf man sich schließlich auch unterwegs, im Auto oder im Urlaub, direkt auf dem Notebook oder PC einen einwandfreien Empfang wünschen. Neben großen Boxen gibt es für diesen Zweck auch kleine Stifte, die via USB 2.0 angeschlossen werden und die Sender mit einer mitgelieferten Software und Antenne auf dem Display erstrahlen lassen. Mobil, leicht zu verstauen und eine schnelle Installation stehen bei derartigen Systemen im Vordergrund.
Lieferumfang und Spezifikationen
Das Vaova DTV-200U wird in einer kleinen, grünen Verpackung ausgeliefert und beinhaltet neben dem eigentlichen Gerät eine Antenne samt Magnetfuß, eine Mini-CDROM mit Treibern und einer Fernsehsoftware sowie ein Verlängerungs- und Adapterkabel. Eine ausgedruckte Anleitung sucht man vergebens, allerdings wurde diese auf der CD hinterlegt. Die Spezifikationen sehen wie folgt aus:
- Größe: 86 x 28 x 15mm
- Material: Metall und Kunststoffummantelung
- Gewicht des Receivers: rund 100g
- USB 2.0 Schnittstelle wird benötigt
- MPEG2 Audio und Video Decodierung
- Elektronischer Programmführer (EPG)
- Time Shift Funktion
- Videotext
- Systemvoraussetzungen:
- Microsoft Windows XP
- Pentium 4 (2Ghz) oder höher
- 1 Gigabyte Festplattenspeicher
- 256MB RAM
- 64MB Grafikkarte
Installation und Montage
Eine fehlende gedruckte Beschreibung, ein kompaktes Aussehen und ein übersichtlicher Lieferumfang, frei von Kabelsalaten und seltsam aussehenden Anschlüssen. Die Installation und Montage ist folglich einfach, bei der man noch nicht einmal eine Anleitung benötigt? Ja. Denn nachdem die Antenne in die Halterung eingeschraubt und das Antennenkabel mit dem Adapter verbunden wurde, muss lediglich der Adapter in die Box aus gebürstetem Aluminium gesteckt werden. Schon kann das gesamte Gerät mit einem freien USB-Anschluss (USB 2.0) und dem PC oder Notebook verbunden werden. Es folgt eine kurze Installation der Fernseh-Software samt Treiber von der beigelegten Mini-CD.
Nach dem Neustart des Systems kann nun das Programm "Presto! PVR" gestartet werden. Nach einer kurzen Einrichtung und Suche der Fernsehsender in Reichweite stehen umfangreiche Funktionen zur Verfügung, beispielsweise das Aufnehmen mehrerer Programme mit Hilfe der elektronischen Programmverwaltung, dem manuellen Aufnehmen und dem Einstellen von Aufnahmequalitäten. Zudem können Fernsehsender nach Belieben angeordnet und via Mausklick Videotext, Programmliste und Senderauswahl geöffnet werden. So weit, so gut.
1. Testdurchgang: Eklatante Konstruktionsfehler
Konnte das Gerät zunächst durch eine problemlose Darstellung der Sender im Kölner, Münchener und Passauer Raum überzeugen, traten bereits nach einigen Stunden Nutzungsdauer erste eklatante Fehler und Nachteile dieses DVB-T-Receivers auf. Das auffälligste Manko der Aluminiumbox ist zugleich das Schmerzhafteste. Fasst man nämlich nach einer Betriebsdauer von zehn Minuten und länger die Box an, kann man sich an den Fingern fast schon Verbrennungen zuziehen. An die 100°C erreichte die Box und ließ sogar Wasser auf der Oberfläche verdampfen. Nebenbei bemerkt wurde die unglaubliche Hitze auch via USB auf den PC oder auf das Notebook übertragen, sodass eine Temperaturerhöhung von 40°C und mehr um den USB-Port keine Seltenheit war. Nach dem Gebrauch muss die Aluminiumbox rund zwei bis fünf Minuten abkühlen. Bei Konkurrenz-Produkten, beispielsweise beim Hauppauge WinTV-Nova-T-Stick, wurde nur ein Bruchteil dieser Temperaturwerte erreicht.
Ein weitaus größeres Problem gab es jedoch nach bereits fünf bis zehn Mal Ein- und Ausstecken des kleinen Antennenkabels. Die winzig kleinen Anschlusspinne waren in Windeseile verbogen. Ein störendes Bild und ein plötzlicher Abbruch der Übertragung waren während des ersten Testdurchgangs die Folge. Da auf dem winzigsten und zugleich anfälligsten Anschluss zudem auch noch die größte Belastung und Spannung liegt, ist die frühzeitige Grätsche kein Wunder. Viel besser wäre es gewesen, wenn der Antennenanschluss direkt in den Stift eingebaut wäre. Bei der Konkurrenz sind diese Fehler nicht vorzufinden.
Testdurchgang: Neues Gerät, neues Glück?
Da das erste Testgerät schnell aufgab und eine Wiedergabe nicht mehr möglich war, kontaktierten wir den Hersteller UMAX, der uns ein zweites, baugleiches Testgerät zur Verfügung stellte. Nach einer Testzeit von rund zwei Wochen konnte zwar auch noch eine Temperatur von rund 80°C erreicht werden, allerdings schien das erste Testgerät wirklich von Werk aus defekt gewesen zu sein. Auch die winzigen Antennenanschlüsse des DVB-T-Sticks stellten sich zwar immer noch als problematisch heraus, allerdings konnten durch Verbiegungen keine Fehlfunktionen festgestellt werden. Das Gerät wurde folglich immer noch überdurchschnittlich heiß und kann im Winter gut als USB-Heizung verwendet werden, allerdings hielt es die Testzeit durch und machte, im Gegensatz zum ersten Testgerät, keine verfrühte Grätsche.
Fazit
"DVB-T zum Abgewöhnen": Dies war der Eindruck des ersten Testgeräts. Die hohe Hitze, winzige Anschlusspinne und ein Defekt nach kurzer Betriebsdauer schien das Gerät schon nach wenigen Stunden völlig zu disqualifizieren. Glücklicherweise konnte der zweite Teststift die Testzeit nahezu unproblematisch durchstehen, wenngleich die Hitze durchweg zu hoch ist.
Positiv aufgefallen ist die mitgelieferte Software "Presto! PVR". Sie konnte die gesamte Konkurrenz hinter sich lassen und durch eine kinderleichte Bedienung und hübsche, geordnete Präsentation Punkte sammeln.
Für die nächste Version des Vaova DTV-200U wünschen wir uns einen besseren Antennenanschluss und ein Gehäuse mit geringerer Hitzeentwicklung. Dass die kleinen USB-Stifte auch relativ kühl und trotzdem einwandfrei funktionieren können, zeigen Konkurrenz-Produkte von Hauppauge in einer ähnlichen Preisklasse.
Zusammengefasst kann das rund 50 Euro teure Vaova DTV-200U bedingt empfohlen werden. Für Anwender mit Augenmerk auf eine umfangreiche Software ist dieser Stift sicherlich tauglich. Wenn Sie jedoch die mit Sicherheit schädliche Hitze stört, sollten Sie auf Alternativen zurückgreifen. Zudem können wir nicht sicher sagen, ob der beschriebene Defekt unseres ersten Testgeräts häufiger vorkommt.
"DVB-T zum Abgewöhnen": Dies war der Eindruck des ersten Testgeräts. Die hohe Hitze, winzige Anschlusspinne und ein Defekt nach kurzer Betriebsdauer schien das Gerät schon nach wenigen Stunden völlig zu disqualifizieren. Glücklicherweise konnte der zweite Teststift die Testzeit nahezu unproblematisch durchstehen, wenngleich die Hitze durchweg zu hoch ist.
Positiv aufgefallen ist die mitgelieferte Software "Presto! PVR". Sie konnte die gesamte Konkurrenz hinter sich lassen und durch eine kinderleichte Bedienung und hübsche, geordnete Präsentation Punkte sammeln.
Für die nächste Version des Vaova DTV-200U wünschen wir uns einen besseren Antennenanschluss und ein Gehäuse mit geringerer Hitzeentwicklung. Dass die kleinen USB-Stifte auch relativ kühl und trotzdem einwandfrei funktionieren können, zeigen Konkurrenz-Produkte von Hauppauge in einer ähnlichen Preisklasse.
Zusammengefasst kann das rund 50 Euro teure Vaova DTV-200U bedingt empfohlen werden. Für Anwender mit Augenmerk auf eine umfangreiche Software ist dieser Stift sicherlich tauglich. Wenn Sie jedoch die mit Sicherheit schädliche Hitze stört, sollten Sie auf Alternativen zurückgreifen. Zudem können wir nicht sicher sagen, ob der beschriebene Defekt unseres ersten Testgeräts häufiger vorkommt.
