TV-Karten mit Untertitel und Videotext

In seiner Vorstellungsmail hat mich Bernd auf das Thema der Barierrefreiheit für Gehörlose und Schwerhörige in Zusammenhang mit TV-Karten hingewiesen. Er ist in der Arbeitsgemeinschaft barierrefreier Medien tätig, die schon einige TV-Karten auf ihre Eignung für Gehörlose untersucht hat.

Taubenschlag - das deutsche Portal für Hörgeschädigte.
Fachartikel: Der Taubenschlag im Internet - Gehörlose sind auf optische Kommunikation angewiesen und dabei kann das Internet helfen.

Nachfolgend gebe ich Auszüge aus der Website der Arbeitsgruppe TV-Karten mit Untertitelaufnahme wieder.

Barrierefreie Medien - Einführung -

Mit der TV-Karte lässt sich der Computer zu einem Videorecorder ausbauen. Diese TV-Karten sind das Herz des Videorecorders auf Computer-Basis. Bei ihrer Auswahl gibt es ein paar Dinge zu beachten. Um zum Beispiel Filme mit Untertitel geniessen zu können, ist eine Einblendung des Untertitel-Textes im Vordergrund des Filmes nötig.

Grundsätzlich müssen digitale und analoge TV-Karten unterschieden werden. Für den Fernsehempfang über Kabelanschluss oder Antenne kommen analoge Karten in Frage. Wer einen Satellitenschüssel besitzt, greift zum digitalen Modell.

- Forderungskatalog - (Stand: 26. Juni 2003)

Wer nicht hören kann, muß sehen! Dazu müssen akustische Signale durch optische Mitteln ergänzt werden, z.B. in Form von Untertitel und/oder Gebärdensprache. Videofilme, deren akustische Informationen untertitelt oder in Gebärdensprache übersetzt sind, werden von tauben und schwerhörigen Konsumenten als "barrierefreie Medien" betrachtet. Ihre Kaufentscheidungen hängen davon stark ab, wie ein gegebenes Medium für sie zugänglich ist.

TV-Karten
sind erst "barrierefrei", wenn sie die Fähigkeit erweisen, Untertitel im Betrachterfenster einblenden und aufzeichnen zu können. "Taubgerechte" TV-Karten müssen in der Lage sein,

  • die im Vertical-Blanking-Interval gesendeten, digitalen Untertitel-Codes zu entschlüsseln und die Untertitel im Videofenster als 'Overlay', also im Vordergrund des Films darzustellen (statt separat in einem anderen Fenster).
  • die Untertitel in einfacher und doppelter Höhe für die sehbehinderte Benutzer auf Abruf einzublenden.
  • eine Untertitelseite auszuwählen, weil die Teletextseiten je nach Sender unterschiedlich und zudem mehrere Sprachen zu einer Sendung im Angebot sein können. [1]
  • die Untertitel aufzuzeichnen, wahlweise 1. direkt im Film (der Untertitel-Text steht im Video-Datenstrom) oder 2. als separate Datei mittels Timecodes in einem gängigen Format.

Um den Bedienungskomfort zu erhöhen, sollte es zudem möglich sein,

  • eine Sendertabelle zu erstellen, wo jedem Sender eine Untertitelseite zugeordnet wird.
  • per Snapshot nicht nur das Videobild, sondern auch die eingeblendeten Untertitel in die Zwischenablage zu kopieren.

Unter Linux wird die Untertiteleinblendung von der Software Zapping/Zapzilla" unterstützt. Auf Windows-Plattformen können die Untertitel nur in einem eigenen Fenster dargestellt werden. Siehe Testbericht unter: http://www.deaftv.de/tvtuner.htm

Die Untertitel-Arbeitsgruppe ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um auf Arbeitstreffen die Zielvereinbarung vorbereiten und ein Rechtsgutachten erstellen zu lassen.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Arbeitsgruppe mit einer Spende.

Spendenkonto:
Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen und Schwerhörigen e.V.
Vereinsbank
Konto Nr.: 70 19 13 04
Bankleitzahl: 200 300 00
Kennwort: "Untertitel-Arbeitsgruppe"

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TV-Karte