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HDTV per TV-Karte

Gut, Sie haben sich also entschlossen, das Thema HDTV möglichst flexibel anzugehen – sie haben keine Lust mehr auf unausgereifte oder später inkompatible Receiver – und wählten den Weg, HDTV auf ihrem Rechner zu empfangen. Eine gute Wahl, die übrigens nicht damit enden muss, ein lärmendes und überaus hässliches beigefarbenes Computergehäuse im Wohnzimmer stehen zu haben. Aber wie funktioniert eine DVB-TV-Karte eigentlich, wie kommt das Bild nun auf das Ausgabegerät?




Die TV-Karte, im Falle von extern per USB angeschlossenen Geräten sagt man eher „Box“, hat üblicherweise einen Antennenanschluss, der für das jeweilige Medium angepasst ist. Eine passive DVB-S-Karte hat beispielsweise einen speziellen Hochfrequenzteil, der die vom Satelliten empfangenen Daten des Transponders erst einmal „auspackt“ und den richtigen Kanal auswählt, bevor die übertragenen MPEG2/MPEG4-Nutzdaten über den PCI-Bus, per USB oder Firewire an die mit der Karte mitgelieferte TV-Anwendung zum Decodieren übergibt. Dieses softwaremäßige Decodieren erfordert natürlich eine ordentliche Rechenleistung der CPU, die GPU einer modernen Grafikkarte kann aber dabei unterstützen. Der empfangene Datenstrom kann natürlich auch direkt auf der Festplatte abgespeichert werden, je nach Datenrate und Transponder können auch mehrere Sendungen gleichzeitig aufgezeichnet werden.
Eine aktive DVB-Karte würde die MPEG2-Nutzdaten direkt auf der Karte verarbeiten, also den Hauptprozessor des Rechners nicht belasten, und das so entstandene Bild entweder direkt über einen eigenen Videoausgang an das Endgerät (Monitor, Fernseher, Beamer) oder über ein sogenanntes Overlay im Speicher der Rechnergrafikkarte einblenden.

Leider eignen sich die deutlich teureren, aktiven DVB-Karten nicht mehr für HDTV, da die auf ihnen verbauten Videoprozessoren erstens nur MPEG2 verarbeiten können und zweitens nur bis zu einer bestimmten Auflösung und/oder Bitrate ohne Aussetzer arbeiten. Immerhin lassen sich damit trotzdem noch die Sendungen aufzeichnen, so dass man nach bzw. manchmal auch schon während der Aufzeichnung die Sendung auf dem Rechner verfolgen kann.
Da die meisten HDTV-Sender aber mit MPEG4 arbeiten (werden) und die Rechner mit ihren Dualcore-CPUs und leistungsstarken Grafikkarten von sich aus genügend Kraft haben, ist es fraglich, ob es überhaupt noch aktive HDTV-TV-Karten geben wird.

Mittlerweile lassen sich auch fast alle passiven DVB-Karten mit einem sogenannten CI-Modul (Common Interface Modul) nach- bzw. aufrüsten. Dieses meist als ansteckbare Box ausgeführte Kartenlesegerät nimmt die Smartcard des Senders auf, der entschlüsselt werden soll. Früher war das eigentlich nur mit den teuren aktiven DVB-Karten möglich, doch sind einige Privatsender dazu übergegangen, bei Satellitenübertragung eine Grundverschlüsselung einzuführen, um Lizenzgebühren bei den Ausstrahlungsrechten zu sparen. Insofern sollte man zumindest auf die Nachrüstbarkeit eines CI-Moduls achten.