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HDTV TV-Karten

Wussten Sie eigentlich, wie lange sich Forschergruppen schon damit beschäftigen, das Fernsehen – zumindest in seinen technischen Aspekten – farbenfroher, detailreicher und flimmerfreier zu bekommen? Wie lange man schon daran arbeitet, das Format der übertragenen Bilder in die Breite zu ziehen und damit dem natürlichen menschlichen Gesichtsfeld anzupassen? Ein kleiner Tipp: Im selben Jahr erschien das „A Hard Day’s Night“-Album von den Beatles…
Das von Forschern des japanischen Rundfunksenders NHK ab 1964 entwickelte und rein analog übertragene MUSE-System erreichte eine Auflösung von etwa 1920 Spalten und 1125 Zeilen bei einem Seitenverhältnis von 5:3. Es wurde in einem frühen Stadium etwa 1969 der Öffentlichkeit vorgestellt, war aber erst über 20 Jahre später in einer abgespeckten Form mit nur noch 1600 Spalten und 960 Zeilen soweit gereift, dass die nötige Infrastruktur aufgebaut wurde und Endgeräte für den japanischen Markt verfügbar waren.




In Europa wurde in den 1980ern ebenfalls verstärkt am HD-MAC bzw. D2-MAC-System geforscht, das zwar mit einer kompromisslosen Qualität aufgewartet hat, dessen ambitionierte technische Umsetzung aber beim Ausbau der Verbreitungswege sehr große Investitionen gefordert hätte. Immerhin wurden die Olympischen Spiele 1992 schon teilweise in D2-MAC übertragen, möglicherweise erinnern Sie sich ja noch an die Trailer, die zu der Zeit auf ARD und ZDF liefen. Wie man sieht, waren die technischen Voraussetzungen bereits seit langer Zeit gegeben, um ein hochauflösendes Fernsehen einzuführen. Einzig und allein der im Vergleich zum normalen Fernsehen (SDTV) horrende Bandbreitenbedarf der analogen bzw. teildigitalen Ausstrahlung per Rundfunk, Satellit oder Kabel war der Grund, die flächendeckende Einführung von HDTV zu verschieben. Natürlich nahmen die Entscheidungsträger auch die schnelle und nicht immer abzusehende Entwicklung der digitalen Technik zum Anlass, die Einführung von HDTV immer wieder zu verschieben. Man muss immer bedenken, dass die Bandbreite, die zur Übertragung zur Verfügung steht, entweder per Gesetz beschränkt ist (wie bei der terrestrischen Ausstrahlung) oder den Sender entsprechend Geld kostet (Satellitentransponder und Kabelkanäle sind teuer).

Mit der flächendeckenden Einführung der digitalen DVB-Standards (DVB-T, DVB-C, DVB-S) änderten sich die Voraussetzungen für HDTV aber endlich zum Positiven. Endlich gab es die Möglichkeit, durch die dabei eingesetzte digitale Videokompression mit einem relativ geringen Bandbreitenbedarf – also zu geringen Kosten – auch hochauflösendes Bildmaterial zu übertragen.

Durch DVB-T/-C/-S ergibt sich seit ein paar Jahren schon eine interessante Möglichkeit, ohne großen Aufwand den eigenen Rechner als Fernseher und Videorecorder in einem zu nutzen. Denn es gibt mittlerweile ein recht gutes Angebot an sogenannten „TV-Karten“, also Erweiterungssteckkarten für den Computer, die das digital ausgestrahlte Fernsehsignal empfangen, an entsprechende Software im Rechner weiterreichen und diese dann das Bild auf dem Monitor, über ein angeschlossenes Fernsehgerät oder auf einem Beamer ausgeben. Die neueren dieser TV-Karten sind in aktuellen Rechner darüber hinaus HDTV-tauglich, sie können also auch hochaufgelöste Fernsehinhalte empfangen und darstellen.