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Vorteile von HDTV

Der Sinn von HDTV lässt sich vielleicht am besten anhand einer Fußballübertragung erklären. Nehmen wir an, es ist ein normaler digitaler Kabelanschluss und ein großer 16:9-Flachbildfernseher mit etwa einem Meter Diagonale und echter HD-Auflösung (1920×1080) vorhanden. Man sitzt in etwa zwei Metern Entfernung und sieht sich gerade ein Länderspiel auf einem Kanal an, der nicht in HDTV überträgt, sondern in der bei DVB-C (und auch DVD) üblichen Standardauflösung von 720×576. Man wird dabei schon auf den ersten Blick sehen, dass das Bild sehr grob wirkt, bei den Totalen des Spielfelds sind die Rückennummern beispielweise nicht mehr richtig erkennbar – denn ungefähr sechs bis sieben beieinander liegenden Bildpunkten des Fernsehdisplays wird ein einzelner Bildpunkt mit der übertragenen Information zugewiesen. Auf kleineren Fernsehgeräten, die vielleicht wirklich nur 720×576 Punkte auflösen, sieht man jetzt zwar dieselbe Bildinformation, man kann die Nummer also auch nicht genau erkennen, aber empfindet das Bild zumindest als optimal scharf. Man begnügt sich eben mit dem Gedanken, dass der Fernseher sowieso zu klein ist oder man zu weit entfernt sitzt. Um dieses „Problem“ zu lösen, müsste man also einfach die Auflösung des Bildes erhöhen. Idealerweise, indem man einen HDTV-Sender mit echten 1920×1080 Bildpunkten Auflösung wählt. Jetzt wird jedem Bildpunkt des Displays ein übertragener zugeordnet, selbst wenn man sehr nahe vor dem Gerät sitzt, wird man das Bild als optimal scharf empfinden. Die Rückennummer, die bei Standardauflösung aus einem reichlich matschigen Pixelhaufen bestand, wird nun deutlich in ihren Umrissen erkennbar.




Neben den Auflösungsvorteilen erhält man bei HDTV auch ein ruhigeres Bild. Natürlich flimmern die Flachbilddisplays technisch bedingt nicht mehr wie die Röhrenfernseher früherer Zeiten, aber auch durch die nun entstandene Übertragungsmöglichkeit von echten Vollbildern neben den bisher immer verwendeten Halbbildern gibt es keine Kammartefakte bei schnellen Bewegungen mehr. Kinofilme, die mit 24 Bildern pro Sekunden gedreht wurden, können nun auch genauso, ohne verlustbehaftete Umwandlungen, auch per HDTV gezeigt werden.

Einen weiteren Vorteil gegenüber dem bisherigen Fernsehen bietet das digitale HDTV beim Ton. Neben dem normalem Mono- und Stereoton des analogen Fernsehens gibt es seit der Einführung von DVB auch die Möglichkeit, per Dolby Digital codierten Raumklang (beispielsweise AC3 5.1) zu übertragen – und das in mehreren Sprachen gleichzeitig. Gefällt dem Zuschauer die deutsche Synchronisation einer TV-Serie also nicht, schaltet er, falls der Sender das vorgesehen hat, einfach auf den englischen Originalton um. HDTV wird darüber hinaus auch die Möglichkeit bieten, die um Zusatzfunktionen erweiterten DTS- und Dolby Digital Plus zu integrieren.

Mit der Einführung von digitalem HDTV wird leider auch ein teilweise sehr restriktives Digital Rights Management (DRM) Einzug halten. Von den Inhaltsanbietern (Hollywoodstudios usw.) festgelegt kann über entsprechende Signalisierungen im HDMI-Datenstrom damit vom Sender festgelegt werden, ob und wie der ausgestrahlte Film digital aufgezeichnet werden darf oder ob per SCART-Buchse ein hochauflösendes Bildsignal ausgegeben wird.