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Wie kommt HDTV ins Haus?

Die gute Nachricht zuerst: Man braucht keine neuen Anschlussdosen zu setzen, HDTV kommt u.a. auf denselben Wegen wie herkömmliches Digitalfernsehen in die Wohnung.
Per DSL und Satellit ist die HDTV-Auswahl am größten, man kann eine Vielzahl der in Europa per DVB eingespeisten HDTV-Sender recht problemlos empfangen, DVB-C und DVB-T hinken etwas hinterher.




Um HDTV per Satellit (etwa auf Astra 19° Ost) zu empfangen, benötigt man kein neues LNB-Modul oder gar eine neue SAT-Schüssel. Der Receiver oder die TV-Karte muss nur DVB-S und möglichst auch die effizienter übertragende Weiterentwicklung DVB-S2 verstehen und mit entsprechenden CI-Modulen für die jeweiligen Sender ausgestattet werden. Da die meisten Sender zukünftig ihre HDTV-Programme nicht mit dem bandbreitenhungrigen MPEG2 sondern mit MPEG4 (H.264) komprimieren werden, muss der Receiver bzw. der Rechner und dessen TV-Karte entsprechend vorbereitet sein. Für den HDTV-Empfang am Rechner fordern gerade passive DVB-Karten und H.264 einen sehr leistungsfähigen Rechner mit einer aktuellen Grafikkarte als „Hilfsmotor“.

Beim kabelgebundenen DVB-C gibt es noch keine Weiterentwicklung wie bei DVB-S, denn neben dem klassischen Kabelfernsehen findet sich durch die seit einigen Jahren eingeführte Digitaltechnik immer noch genügend Bandbreite für die derzeit noch wenigen HDTV-Sender wie AnixeHD, Arte-HD oder die HD-Pakete von Premiere.
Benötigt wird hierbei nur ein HDTV-tauglicher Receiver (entweder als Standalone-Gerät oder eine passive DVB-C-TV-Karte), um dem Kabelanschluss die eingespeisten HDTV-Sender „abzutrotzen“.

Mit dem DVB-T-Empfang über eine herkömmliche terrestrische Antenne (im Zimmer oder noch besser auf dem Dach) lässt sich dagegen derzeit nur in wenigen deutschen Ballungsgebieten testweise HDTV empfangen, denn dort ergeben sich wiederum Probleme mit der zur Verfügung stehenden Bandbreite. Als DVB-T-Nutzer muss man sich ja schon mit den SDTV-Sendern mit 2-3MBit/s – und entsprechenden Klötzchen und Bildausfällen bei schnellen Schwenks – zufriedengeben, für HDTV ist da derzeit zuwenig Platz. Ab Ende 2008 sollen aber erste DVB-T2-Endgeräte erscheinen, die u.a. durch eine bessere Fehlerkorrektur die verfügbare Bandbreite um bis zu 50% erhöhen und so auch HDTV per DVB-T einigermaßen sinnvoll erscheinen lassen. Übertragungen in 1080i sollte man aber nicht erwarten, 720p sind da schon realistischer.

Als alternativer Verbreitungsweg bietet sich ein schneller Internetzugang beispielsweise per ADSL2+ oder VDSL an, über den dann locker die 6-16MBit/s, die ein per MPEG4 codierter HDTV-Stream benötigt, übertragen werden können. Die Deutsche Telekom, arcor und HanseNet bieten neben einigen Anderen beispielsweise solche „TriplePlay“ genannten Internetzugänge zusammen mit entsprechenden Fernsehpaketen an. An Hardware benötigt man dazu nur einen entsprechend gut ausgestatteten Rechner (TV-Karte wird nicht benötigt, das Signal kommt ja per DSL) oder den passenden Standalone-Receiver, der mit dem Anbieter harmoniert.